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Reisetipps - Reiseroute

REISEROUTE Die Qual der Wahl

Gut, die wichtigsten Fragen sind geklärt. Nun geht es zur Detailplanung.

Hier gibt es die verschiedensten Ansichten. Von „Alles muss genauestens durchgeplant sein“ bis hin zu „Ich hab nen Flug, das reicht“ ist alles dabei. Wir sind sicher irgendwo dazwischen. Ich finde jedenfalls: Leben und leben lassen. Wer seine Reise gern exakt durchplant und damit glücklich ist, wird einen tollen Urlaub verleben. Wer hingegen gern in den Tag hineinlebt und alles auf sich zukommen lässt, hat eine entspannte Reise.

Nur noch einmal zur Erinnerung: Der Zeitfaktor spielt hier sicher eine große Rolle. Wer nur zwei Wochen zur Verfügung hat, sollte vielleicht ein wenig mehr planen, um seine kostbare Zeit während des Urlaubs nicht mit Planung zu ruinieren. Hat man mehrere Monate, kann man sich mehr treiben lassen. Einzelne Tage sind nicht ganz so wichtig und können auch zur Planung genutzt werden. 

Wie ist also vorzugehen, wenn ich meine Reise individuell gestalten und nicht nur an einem Ort verweilen möchte?
Wir fangen immer mit einem Blick in einen Reiseführer an. Absolut empfehlen kann ich bisher die Stefan Loose Travel Handbücher. Für Individualreisende ein Muss. Auch wenn wir uns schon öfter an einem besonders schönen Ort mit lauter anderen Deutschen wiederfanden. Komischerweise hatten die alle so ein orangefarbenes Buch in der Hand :-). Ich schnuppere mal hier und dort hinein und kreuze Orte an, die mich besonders interessieren. Die Stefan Loose Reihe enthält darüber hinaus immer eine Seite mit Highlights. Auch wenn diese ab und an schon überlaufen sind, waren es oft trotzdem noch besonders schöne Orte. Hin und wieder findet man hier aber auch tatsächlich noch einen Geheimtipp. Außerdem enthalten die meisten Reiseführer schon Vorschläge für Reiserouten, oft mit Angabe einer Reisedauer. Hier kann man sich gute Anregungen holen.

Alternativ sind natürlich auch Reisekataloge und das Internet eine Anlaufstelle für die Recherche. Manchmal lohnt es sich z. B. auf die Internetseiten lokaler Agenturen zu schauen. Deren Angebote und Reiserouten beruhen meist auf langjährigen Erfahrungen und geben so eine gute Übersicht über die interessantesten Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten.

Rundreise oder Strecke?
Das ist die wichtigste Frage, die du relativ früh beantworten solltest, denn davon hängt deine Flugbuchung entscheidend ab.

Eine Rundreise bietet sich vor allem in einem eher „rund-geformten“ Land, wie z. B. Myanmar, an. So könnte man in Yangon oder Mandalay starten, dass Land leicht in einem Bogen erkunden und zum Schluss zum Ausgangspunkt zurückkehren. Dementsprechend würde man einen Hin- und Rückflug zu bzw. von ein und demselben Ort buchen.

Steht einem etwas weniger Zeit zur Verfügung, könnte ein sogenannter Gabelflug – das heißt eine Flugbuchung mit verschiedenen An- und Abflugstellen – eine gute Alternative sein. Auch die Erkundung eines eher „länglich“ verlaufenden Landes wie z. B. Vietnam bietet sich dafür hervorragend an. So fliegt man beispielsweise nach Hanoi, in den Norden, und tritt den Heimweg von Ho-Chi-Minh-Stadt, aus dem Süden, an. Der große Vorteil: Man spart sich den Rückweg zum Ausgangsort und so eine Menge Reisezeit.

Ein kleiner Tipp noch zum Schluss: Einen generellen Überblick über die wichtigsten Orte und Aktivitäten zu haben, ist super. Doch gerade wenn euch mehr Zeit zur Verfügung steht, ist eines ganz sicher: Pläne ändern sich ständig und überall. Versucht nicht allzu viel zu planen und euch ab und an auch treiben zu lassen. Quasi unter dem Motto: „Go with the flow.“ Sprecht mit anderen Reisenden und Einheimischen, holt euch Tipps und Anregungen und seid offen für Planänderungen.

Wir hatten z. B. eine fünfmonatige Asienreise mit der Besichtung folgender Länder geplant: Thailand, Laos, Vietnam, Kambodscha, Singapur, Malaysia, Indonesien. Bereits nach einem Monat stellten wir fest: Dafür sind wir viel zu langsam. Doch wir ließen uns nicht stressen, blieben an den Orten, die uns besonders gefielen und ließen Dinge aus, die uns zu überlaufen waren. Unsere Pläne änderten sich fast jeden Tag. Und das war gut so.


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